Ingwer
Ob als Tee, Gewürz oder Zutat in vielen Gerichten – Ingwer gehört seit Jahrhunderten zu den bekanntesten Heilpflanzen der Welt. Sein angenehm scharfes Aroma verleiht Speisen nicht nur eine besondere Note, sondern macht die Wurzel auch zu einem beliebten Hausmittel bei unterschiedlichsten Beschwerden. Vor allem in der kalten Jahreszeit ist Ingwer kaum aus der Küche wegzudenken. Doch auch das restliche Jahr über kann die vielseitige Knolle einen wertvollen Beitrag zu einer ausgewogenen Ernährung leisten.
Ingwer ist die unterirdisch wachsende Sprossachse der Pflanze (Zingiber officinale). Angebaut wird er überwiegend in tropischen und subtropischen Regionen wie Indien, China, Thailand oder Peru.
Je nach Verwendungszweck erfolgt die Ernte zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Junger Ingwer wird bereits etwa vier bis sechs Monate nach der Pflanzung geerntet. Er besitzt eine dünne Schale, ist besonders saftig und schmeckt etwas milder.
Für den Handel wird Ingwer meist erst nach acht bis zehn Monaten geerntet. Dann ist die Knolle vollständig ausgereift, aromatischer und enthält besonders viele der charakteristischen Inhaltsstoffe. Die Ernte erfolgt häufig zwischen Herbst und Winter, wobei durch den weltweiten Anbau das ganze Jahr über frischer Ingwer erhältlich ist.
Seine gesundheitsfördernden Eigenschaften verdankt Ingwer vor allem den enthaltenen Scharfstoffen, den sogenannten Gingerolen und Shogaolen. Daneben liefert die Wurzel ätherische Öle sowie kleinere Mengen an Vitamin C, Kalium und Magnesium.
Seit Jahrhunderten wird Ingwer in der traditionellen Pflanzenheilkunde eingesetzt und mittlerweile beschäftigen sich auch zahlreiche wissenschaftliche Studien mit seinen Wirkungen.
Wohltuend für Magen und Verdauung
Ingwer ist besonders für seine positive Wirkung auf den Magen bekannt. Er kann die Verdauung anregen und wird traditionell bei Völlegefühl, Blähungen und Übelkeit eingesetzt. Auch bei Reiseübelkeit oder leichter Schwangerschaftsübelkeit greifen viele Menschen nach Rücksprache mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin auf Ingwer zurück.
Unterstützung für das Immunsystem
Die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe besitzen antioxidative Eigenschaften. Sie helfen dabei, Körperzellen vor oxidativem Stress zu schützen. Gleichzeitig werden Ingwer entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben, weshalb er besonders während der Erkältungszeit gerne verwendet wird.
Wärmend von innen
Die natürlichen Scharfstoffe regen die Durchblutung an und sorgen für ein angenehmes Wärmegefühl. Gerade an kalten Tagen wird eine Tasse frischer Ingwertee deshalb als besonders wohltuend empfunden.
In den vergangenen Jahren hat Ingwer auch im Zusammenhang mit Migräne zunehmend Aufmerksamkeit erhalten. Deshalb wird er häufig als „natürliches Migränemittel aus der Küche“ bezeichnet.
Verantwortlich dafür sind vor allem die enthaltenen Gingerole. Sie können entzündungsfördernde Botenstoffe im Körper beeinflussen und möglicherweise Prozesse abschwächen, die an der Entstehung von Migräne beteiligt sind. Einige wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin, dass Ingwer zu Beginn einer Migräneattacke die Beschwerden lindern und insbesondere die häufig begleitende Übelkeit verringern kann.
Wichtig ist jedoch: Ingwer ersetzt keine ärztlich verordnete Migränetherapie. Bei häufigen oder starken Migräneanfällen sollte immer ärztlicher Rat eingeholt werden. Als ergänzende Maßnahme kann Ingwer jedoch für viele Betroffene eine interessante natürliche Unterstützung sein.
Ingwer ist äußerst vielseitig und kann auf unterschiedliche Weise in den Alltag integriert werden.
Frisch gerieben verleiht er Suppen, Gemüsegerichten, Currys oder Smoothies eine angenehme Schärfe. Auch als Gewürz in Marinaden oder Dressings sorgt er für ein frisches Aroma.
Besonders beliebt ist Ingwer als Tee. Dabei werden die wertvollen Inhaltsstoffe schonend aus der frischen Wurzel gelöst. Für einen intensiveren Geschmack kann der Ingwer vor dem Aufgießen leicht angedrückt oder in dünne Scheiben geschnitten werden.
Wer den scharfen Geschmack etwas abmildern möchte, kann den Tee mit Zitronensaft oder etwas Honig verfeinern.